Gemeinsame Suchaktion intensiviert sich nach Untergang eines Rohingya-Flüchtlingsbootes nahe Malaysia und Thailand

Bearbeitet von: Dmitry Drozd

Rohingya-Flüchtlingsboot kentert

Nach der Kenterung eines Flüchtlingsbootes mit Rohingya-Migranten nahe der gemeinsamen Seegrenze haben die Behörden Malaysias und Thailands ihre koordinierten Such- und Rettungsmaßnahmen intensiviert. Das Unglück ereignete sich bereits am 6. November 2025, wurde jedoch erst am 9. November 2025 öffentlich bekannt. Die Tragödie spielte sich in der Nähe der thailändischen Insel Ko Tarutao ab, nördlich der malaysischen Insel Langkawi. Die bestätigte Zahl der Todesopfer infolge des Schiffbruchs beläuft sich auf mindestens 21 Personen.

Die Passagiere gehörten zu einer größeren Gruppe von etwa 300 Rohingya, die drei Tage vor der Katastrophe den Bundesstaat Rakhine in Myanmar verlassen hatten. Berichten zufolge wurde die Gruppe von einem größeren Schiff auf drei kleinere Boote umgeladen, um der Entdeckung beim Annähern an malaysische Gewässer zu entgehen. Eines dieser kleineren Boote sank in der Folge. Die sofortige Reaktion der Regierungsstellen umfasste eine substanzielle Mobilisierung von Luft- und Seemitteln, welche ein Suchgebiet von schätzungsweise 225 Quadrat-Seemeilen abdecken.

Die Koordination der Rettungsbemühungen liegt in der Verantwortung der Malaysian Maritime Enforcement Agency (MMEA), welche die Funktionen der malaysischen Küstenwache wahrnimmt. An der Operation sind die Schiffe KM SIANGIN, BENTENG 7, PETIR 81 und PERKASA 1226 sowie das Flugzeug Bombardier CL 415 beteiligt. Die Behörden äußerten ernste Besorgnis über das Schicksal der Vermissten, was auf das Fehlen von Rettungswesten bei den Passagieren und die schwierigen Seebedingungen zurückzuführen ist. Nach ersten Angaben konnten 13 Überlebende in malaysischen Gewässern gerettet werden. Im selben Gebiet wurden zudem mindestens 12 Leichen geborgen, darunter die von zwei Kindern.

Diese Seekatastrophe unterstreicht den anhaltend gefährlichen Charakter der Überfahrten, welche die Rohingya-Gemeinschaft unternimmt, um der Verfolgung in Myanmar und den sich verschlechternden Bedingungen in den Flüchtlingslagern in Bangladesch zu entkommen. Im Jahr 2025 war bereits vor diesem Untergang ein deutlicher Anstieg solcher risikoreicher Überquerungen zu verzeichnen: Über 5.100 Rohingya hatten Seereisen angetreten, wobei fast 600 Personen als tot oder vermisst gelten. Diese Entwicklung spiegelt eine umfassendere humanitäre Krise wider, die durch Faktoren wie Nahrungsmittelknappheit und die Kürzung internationaler Hilfe in den überfüllten Lagern von Cox’s Bazar verschärft wird.

Die Organisation Amnesty International verurteilte die Situation und betonte die dringende Notwendigkeit, dass die Regierungen der Region umfassende Such- und Rettungsaktionen koordinieren und allen Flüchtlingen eine sichere Ankunft gewährleisten müssen. Die herrschende Junta Myanmars weist weiterhin Anschuldigungen der Misshandlung zurück und behauptet, die Rohingya seien illegale Einwanderer. Menschenrechtsorganisationen beharren darauf, dass das internationale humanitäre Recht die Rettung von Menschen in Seenot vorschreibt und die Zwangsrückführung verbietet. Sie fordern humanitäre Maßnahmen anstelle von Abschreckungsstrategien.

Der historische Kontext verdeutlicht den wiederkehrenden Charakter derartiger Tragödien, wie etwa die Krise in der Andamanensee im Jahr 2015, als etwa 8.000 Rohingya nach der Ablehnung durch regionale Staaten auf See trieben. Der aktuelle Vorfall, bei dem auf kleinere Schiffe umgestiegen wurde, um Grenzkontrollen zu umgehen, demonstriert das extreme Ausmaß der Verzweiflung, das diese Routen antreibt, die oft von Schleusersyndikaten organisiert werden. Während die Suchoperationen der MMEA andauern, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf die Entdeckung der Passagiere der beiden anderen Boote aus der ursprünglichen Gruppe von rund 300 Personen, deren Schicksal weiterhin ungeklärt ist.

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Quellen

  • Al Jazeera Online

  • Malaysia, Thailand resume search for missing Rohingya after deadly boat sinking

  • Rescuers searching for missing migrants after boat sinks off Malaysia recover 5 more bodies

  • Malaysia steps up search for missing Rohingya boats, at least 11 dead

  • 21 dead, search continues after refugee boat sinks near Malaysia, Thailand

  • Eleven dead, hundreds missing after refugee boat sinks off Malaysian coast

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