NASA peilt Anfang 2026 für Artemis II Mondumrundung an – im Zeichen internationaler Konkurrenz
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Die NASA schreitet mit den Vorbereitungen für die Artemis II Mission zügig voran. Aktuell wird ein bemannter Startzeitraum angestrebt, der frühestens am 5. Februar 2026 beginnt und bis April desselben Jahres reicht. Diese zehn Tage dauernde Flugmission wird das erste Mal seit dem Ende des Apollo-Programms vor über einem halben Jahrhundert sein, dass Astronauten wieder in die Nähe des Mondes reisen. Das Hauptziel besteht darin, die operationellen Fähigkeiten und die Lebenserhaltungssysteme der Orion-Kapsel unter realen Bedingungen mit einer menschlichen Besatzung umfassend zu erproben, bevor der nächste Versuch einer Mondlandung unternommen wird.
Die vierköpfige Besatzung, die vom Startkomplex 39B des Kennedy Space Center (KSC) abheben wird, setzt sich aus den NASA-Astronauten Reid Wiseman als Kommandant und Victor Glover als Pilot zusammen. Ergänzt wird das Team durch die NASA-Missionsspezialistin Christina Koch und den Missionsspezialisten Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency (CSA). Diese Zusammenstellung markiert mehrere historische Meilensteine: Glover wird die erste Person of Color sein, Koch die erste Frau und Hansen der erste nicht-amerikanische Astronaut, der sich in die Nähe des Mondes wagt. Das Missionsprofil sieht zunächst einen Systemcheck in der Erdumlaufbahn vor, gefolgt von einem Trans-Lunar Injection (TLI)-Manöver, welches Orion auf eine Freie-Rückkehr-Trajektorie um den Mond und zurück zur Erde bringt.
Artemis II baut direkt auf den erfolgreichen Validierungen der unbemannten Artemis I Mission auf, die ihren Testflug im November 2022 abgeschlossen hat. Ein zentraler technischer Fokus lag seit Artemis I auf der Behebung von Schäden, die der Hitzeschild der Orion-Kapsel während des Hochgeschwindigkeitsrückflugs erlitten hatte. Die NASA hat sich entschieden, für Artemis II den bestehenden Hitzeschild zu verwenden, um das Risiko zu minimieren, indem eine modifizierte Wiedereintrittsbahn gewählt wird. Für nachfolgende Missionen, wie Artemis III, werden hingegen bereits Designänderungen integriert.
Das gesamte Programm entwickelt sich vor dem Hintergrund eines intensivierten internationalen Wettbewerbs im Weltraum. NASA-Administrator Jared Isaacman betont die Notwendigkeit, den Artemis-Zeitplan strikt einzuhalten, um die Führungsrolle Amerikas in der Tiefraumforschung zu sichern. Dies geschieht parallel zu Chinas erklärter Absicht, spätestens bis 2030 eigene Astronauten auf den Mond zu bringen. Die finanzielle Bindung an die Architektur aus Space Launch System (SLS) und Orion bleibt beträchtlich; die geschätzten Kosten pro Start für diese Kombination belaufen sich auf annähernd 4 Milliarden US-Dollar.
Der Erfolg von Artemis II ist von entscheidender Bedeutung für die nachfolgende Artemis III Mission, die derzeit frühestens für Mitte 2027 angesetzt ist und die Landung von Astronauten in der Nähe des südlichen Mondpols vorsieht. Hierfür kommt das Human Landing System (HLS) von SpaceX zum Einsatz. Verzögerungen bei der Entwicklung des HLS haben intern bereits zu Überlegungen bezüglich von Notfallplänen für die Landekomponente der gesamten Mondrückkehr-Architektur geführt. Man muss hier am Ball bleiben, um den Anschluss nicht zu verlieren.
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Quellen
Space.com
Artemis program - Wikipedia
Artemis II - Wikipedia
Artemis II astronauts discuss mission status ahead of in-capsule training
Artemis II astronauts discuss mission status ahead of in-capsule training
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