Indien sieht sich im Jahr 2025 mit einer alarmierenden Zunahme der Online-Gaming-Sucht unter jungen Menschen konfrontiert, die zu tragischen Konsequenzen führt. Jüngste Vorfälle, darunter die Selbstmorde zweier Jugendlicher, die mit den Belastungen exzessiven Spielens und damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten in Verbindung gebracht werden, beleuchten diese stille Epidemie.
Ein 18-jähriger Mann aus Lucknow hinterließ nach seinem Tod eine Nachricht, die seine Kämpfe mit der Balance zwischen akademischen Verpflichtungen und der Sucht nach Online-Spielen offenlegte, einschließlich Sorgen über Glücksspielverluste. Dieser tragische Fall ereignete sich kurz nach der Verabschiedung eines Gesetzes in Indien, das Geldspiele verbietet und gleichzeitig E-Sport fördert. Ein weiterer erschütternder Vorfall war der Suizid eines 16-Jährigen in Maharashtra, bei dem die Ermittlungen auf eine tiefgreifende Abhängigkeit von der virtuellen Welt als Hauptfaktor hindeuteten.
Experten warnen, dass die übermäßige Beschäftigung mit digitalen Spielen die emotionale Regulation beeinträchtigen kann, was zu Impulsivität und einer Entfremdung von der Realität führt. Studien deuten darauf hin, dass Computerspielsucht zu psychischen Problemen wie Depressionen und Angstzuständen beitragen kann, wobei einige Forschungen darauf hindeuten, dass bis zu 6 % der Spieler weltweit betroffen sein könnten. In Deutschland berichtet die DAK-Gesundheit, dass etwa 135.000 deutsche Jugendliche als gaming-süchtig gelten, wobei Jungen dreimal häufiger betroffen sind als Mädchen.
Als Reaktion auf diese Krise hat Indien den „Gesetzentwurf zur Förderung und Regulierung von Online-Spielen 2025“ verabschiedet, der Online-Glücksspiele um echtes Geld verbietet und gleichzeitig einen Regulierungsrahmen für E-Sport und andere Formen des Online-Gamings schafft. Das Gesetz sieht die Einrichtung einer nationalen E-Sport-Behörde vor, um den wettbewerbsorientierten Gaming-Sektor zu fördern und Fairplay-Standards zu überwachen. Verstöße gegen das Verbot von Geldspielen können mit empfindlichen Strafen geahndet werden, einschließlich Freiheitsstrafen und hoher Geldstrafen. Das Gesetz hat beide Kammern des Parlaments passiert und wird in Kraft treten, sobald es die Zustimmung des Präsidenten erhält.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich, da der indische Markt für Echtgeldspiele ein erhebliches Wachstum verzeichnete und Branchenverbände vor Arbeitsplatzverlusten und gehemmten Investitionen warnen. Präventive Maßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, um dieser Krise entgegenzuwirken. Dazu gehören die elterliche Überwachung, das Setzen klarer Grenzen und die Förderung einer offenen Kommunikation über die Risiken übermäßigen Spielens. Die Anerkennung von E-Sport als legitime Wettkampfaktivität, wie sie das neue indische Gesetz vorsieht, bietet eine positive Richtung, um jugendliche Talente in einem regulierten und förderlichen Umfeld zu kanalisieren.



