Psychologische Forschung: Trinkmotive als Indikator für Alkoholkonsumrisiko

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Aktuelle psychologische Untersuchungen belegen, dass die bewusste Kenntnis der individuellen Trinkmotive einen direkten Einfluss auf die Frequenz des Alkoholkonsums und die daraus resultierenden negativen Konsequenzen hat. Diese Forschungsergebnisse bilden eine wichtige Basis für Präventionsmaßnahmen, da sie tiefere Einblicke in die Verhaltenssteuerung ermöglichen. Die Erkenntnis, warum eine Person zum Glas greift, wird somit zu einem zentralen Element der Selbstreflexion und Verhaltensanpassung.

Die Forschung ordnet die Motive häufig nach der Wertigkeit der erhofften Effekte – positiv oder negativ – und deren Quelle – personenintern oder extern –, was zu unterschiedlichen Risikoprofilen führt. Eine spezifische Studie differenzierte vier motivationale Profile unter den Konsumenten, deren Risikopotenzial signifikant variierte. An der Spitze der Risikoskala positionierten sich die sogenannten „Aimless Drinkers“ (Ziel- oder Orientierungslose Trinker), die häufiger männlich waren und deren unklare Konsumgründe mit den schwerwiegendsten negativen Folgen korrelierten.

Im Gegensatz dazu zeigten die „Pleasure Drinkers“ (Genuss-Trinker), die intrinsisch motiviert waren, einen moderaten Konsum mit geringeren negativen Auswirkungen; dieses Profil wurde vermehrt bei älteren Teilnehmern beobachtet. Ein weiteres identifiziertes Profil waren die „Externally Controlled Drinkers“ (Fremdgesteuerte Trinker), welche Alkohol primär konsumierten, um äußeren Zwängen wie sozialem Druck oder dem Wunsch nach Selbstvertrauen nachzukommen. Dieses Motiv korrelierte mit einer hohen Trinkintensität und häufigeren negativen Konsequenzen, wobei diese Gruppe im Durchschnitt höhere Werte bei der Trinkintensität aufwies als andere Gruppen.

Die größte Kohorte stellten die „Flexible Drinkers“ (Flexible Trinker) dar. Diese Gruppe wies zwar eine Bandbreite an Motiven auf, ihr Konsumverhalten blieb jedoch im Allgemeinen moderat, und sie lagen im Durchschnitt hinsichtlich verschiedener Regulationsformen.

Experten betonen, dass die Identifizierung der persönlichen Trinkmotivation ein fundamentaler Schritt zur Selbstverbesserung und zur kritischen Neubewertung des eigenen Alkoholkonsums ist. Dies steht im Einklang mit der allgemeinen Erkenntnis, dass Faktoren wie ein gutes Selbstwertgefühl oder die Fähigkeit zur aktiven Problemlösung vor einem problematischen Gebrauch schützen können. Die Kenntnis der eigenen Beweggründe kann beispielsweise helfen, Bewältigungsmotive durch gesündere Strategien zu ersetzen. Die Analyse der Trinkmotive bietet somit einen präzisen Ansatzpunkt für gezielte Präventionsarbeit, um die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums auf individueller und gesellschaftlicher Ebene zu minimieren.

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Quellen

  • bb.lv

  • Alcohol Clin Exp Res (Hoboken)

  • Medscape

  • Ipsos

  • The Lancet Public Health

  • SAMHSA

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