Zunehmende Nomophobie bei Kindern signalisiert tiefgreifenden Wandel der emotionalen Entwicklung

Bearbeitet von: Olha 12 Yo

Die weitreichende und frühe Adaption digitaler Technologien verändert die emotionalen Erfahrungen von Kindern fundamental und führt zu einer Zunahme der Nomophobie, der Angst vor der Trennung von mobilen Geräten. Diese spezifische Angststörung, charakterisiert durch die Unfähigkeit, ohne Smartphone auszukommen, betrifft insbesondere junge Menschen mit hoher Exposition gegenüber diesen Geräten. Die Manifestation der Nomophobie bei Jugendlichen und Kindern äußert sich in physischen, kognitiven und emotionalen Belastungen, was darauf hindeutet, dass übermäßige Bildschirmzeit den Raum für reale Interaktionen und die Verarbeitung komplexer Gefühle verdrängt.

Körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schwindel oder Muskelverspannungen können auftreten, was die enge Verknüpfung der Geräte mit dem individuellen Wohlbefinden verdeutlicht. Aktuelle Erhebungen belegen eine signifikante Überschreitung der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Richtlinien für die Bildschirmzeit. Daten zeigen, dass Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren im Durchschnitt 3,28 Stunden täglich an Geräten verbringen. Dies übersteigt die Empfehlungen für Kinder unter zwei Jahren, bei denen gänzlich auf Bildschirme verzichtet werden sollte, deutlich.

Die Verlagerung hin zu intensiverer Nutzung von Videospielen und Kurzvideo-Plattformen ersetzt traditionelle Sehgewohnheiten. Psychologieexperten führen an, dass die digitalen Belohnungssysteme das Dopamin-Reinforcement-System aktivieren, wodurch Geräte zu einem Zufluchtsort vor Langeweile und Frustration werden. Diese intensive Mediennutzung korreliert nachweislich mit negativen Auswirkungen auf zentrale Entwicklungsbereiche, insbesondere die Sprachentwicklung, da die reduzierte sprachliche Anregung die Ausbildung sprachlicher Fähigkeiten einschränkt.

Eine australische Untersuchung, die Daten von Familien zwischen Januar 2018 und Dezember 2021 analysierte, belegt diesen Zusammenhang: Jede zusätzliche Minute vor dem Bildschirm war mit einem Rückgang der Elterngespräche verbunden. Bei 36 Monate alten Kindern sank die Anzahl der gehörten Erwachsenenworte um 6,6 pro Minute Bildschirmzeit. Diese Verdrängung essenzieller Aktivitäten wie Lesen oder freies Spielen beeinträchtigt den Spracherwerb und die Erweiterung des Wortschatzes.

Die Bewältigung dieses Trends erfordert einen strategischen Ansatz, der über bloße Zeitbegrenzungen hinausgeht. Experten betonen die Notwendigkeit bewusster Regulierung und die Förderung unstrukturierten Spiels zur Kultivierung der emotionalen Intelligenz. Organisationen wie Klicksafe raten für Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren zu maximal 30 bis 45 Minuten täglicher Bildschirmzeit, die idealerweise nicht täglich stattfinden und von altersgerechten Inhalten sowie elterlicher Begleitung flankiert sein sollten. Die WHO-Richtlinien für Kinder ab zwei Jahren sehen maximal eine Stunde Bildschirmzeit pro Tag vor, was die Dringlichkeit eines ausgewogenen Verhältnisses unterstreicht. Etablierte Grundsätze umfassen die Vermeidung von Bildschirmen vor dem Zubettgehen und während der Mahlzeiten zur Förderung einer gesunden Entwicklung.

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Quellen

  • Agenda Digitale

  • Health Professionals For Safer Screens

  • 2025 The Common Sense Census: Media Use by Kids Zero to Eight - beSpacific

  • 03-02 2025 The Common Sense Census: Media Use By Kids Zero to Eight - Lynn's Warriors

  • Daniela Lucangeli agli Stati Generali della Scuola Digitale 2025

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