Selenskyj lehnt Gespräche in Moskau ab und lädt Putin nach Kiew ein; IAEA warnt vor Atomrisiko

Bearbeitet von: sfsdf dsf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 30. Januar 2026 eine diplomatische Neuausrichtung vollzogen, indem er die Einladung des Kremls zu Friedensgesprächen in Moskau öffentlich zurückwies und stattdessen den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Kiew einlud. Diese Ablehnung erfolgte vor dem Hintergrund einer sich zuspitzenden Energiekrise, die durch anhaltende russische Angriffe auf die kritische Infrastruktur der Ukraine ausgelöst wurde und erhebliche Bedenken hinsichtlich der nuklearen Sicherheit hervorrief. Selenskyj stellte klar, dass ein Treffen in Moskau als „unmöglich“ erachte und schloss Belarus als möglichen neutralen Verhandlungsort aus, was die ukrainische Haltung unterstreicht, Verhandlungen nicht unter Bedingungen zu führen, die als unterwürfig interpretiert werden könnten.

Die diplomatischen Spannungen wurden durch massive militärische Aktionen verschärft. In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 2026 setzten russische Streitkräfte 111 Kampfdrohnen und eine ballistische Rakete ein. Die Angriffe hatten unmittelbare Folgen für die Versorgungssicherheit: Bürgermeister Vitali Klitschko meldete, dass in Kiew am 29. Januar noch über 450 Wohnblöcke ohne Fernwärme waren, obwohl am Morgen desselben Tages 100 Häuser im Stadtteil Trojeschtschyna wieder an das Netz angeschlossen werden konnten. Die erste Runde der von den USA vermittelten trilateralen Gespräche in Abu Dhabi endete derweil vom 23. bis 24. Januar 2026 ohne substanziellen Durchbruch, primär aufgrund ungelöster Territorialfragen bezüglich Donezk.

Parallel zu diesen Entwicklungen fand am 30. Januar 2026 in Wien eine außerordentliche Sitzung des Gouverneursrates der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) statt, einberufen wegen der akuten Gefährdung der nuklearen Sicherheit. IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi warnte, dass Schäden an Umspannwerken die nukleare Sicherheit untergraben. Der niederländische Botschafter bei der IAEA, Peter Potman, bewertete die Gefahr eines Unfalls als „am Rande der Realität“. Zwölf westliche Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, äußerten in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre tiefe Besorgnis, da eine verlässliche externe Stromversorgung für die Kühlung des Kernmaterials, selbst bei Eigenstromerzeugung der Kraftwerke wie dem Saporischschja-Kernkraftwerk (ZNPP), unerlässlich ist. Die Lage wurde als die „schlimmste seit Beginn der Überwachung von Umspannwerken durch die Agentur im September 2024“ beschrieben.

Präsident Selenskyj bekräftigte zudem die ukrainische Politik der Reziprozität in Bezug auf Angriffe auf Energieanlagen: Bei Einstellung russischer Angriffe auf ukrainische Energie-Standorte würde die Ukraine im Gegenzug auf Angriffe auf russische Energieanlagen verzichten. Diese Ankündigung folgte auf eine Bitte des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump um eine einwöchige Aussetzung der Angriffe. Die Entschlossenheit der ukrainischen Bevölkerung bleibt hoch: Eine KIIS-Umfrage vom 9. bis 14. Januar 2026 ergab, dass 77 Prozent der Ukrainer glauben, das Land könne den Widerstand effektiv aufrechterhalten, und 62 Prozent sind bereit, den Krieg so lange wie nötig durchzuhalten. Die nächste Verhandlungsrunde war für den 1. Februar 2026 angesetzt, wobei die Gespräche am 5. Februar in Abu Dhabi einen Austausch von 314 Kriegsgefangenen als greifbares Ergebnis verzeichneten.

3 Ansichten

Quellen

  • Al Jazeera Online

  • Bloomberg Business

  • Bloomberg Business

  • Deutsche Welle

  • Caliber.Az

  • The New Voice of Ukraine

  • The Guardian

  • CSIS

  • Ukrainska Pravda

  • The Guardian

  • Reuters

  • Institute for the Study of War (ISW)

  • The Independent

  • The Times of India

  • ISW

  • UN News

  • CSIS

  • IAEA

  • The Kyiv Independent

  • Defense News

  • Atlantic Council

  • The New Voice of Ukraine

  • Gradus Research

  • Kyiv International Institute of Sociology (KIIS)

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