Kolossale Eisfisch-Brutstätte im Weddellmeer: Wissenschaft fordert Meeresschutzzone

Bearbeitet von: Olha 12 Yo

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Die Entdeckung einer riesigen Brutkolonie des Eisfisches der Gattung Neopagetopsus ionah im antarktischen Weddellmeer hat das Verständnis der marinen Biodiversität unter extremen Bedingungen revolutioniert. Forscher stießen während einer Expedition im Februar 2021 an Bord des deutschen Polarforschungsschiffes Polarstern auf diese bisher unbekannte, ausgedehnte Ansammlung von Fischhorsten. Die Expedition wurde von Autun Purser vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) geleitet.

Die Wissenschaftler dokumentierten unzählige Nester dieser Fischart in Wassertiefen zwischen 420 und 535 Metern. Die genaue Auswertung der Aufnahmen ergab eine Dichte von durchschnittlich einer Brutstätte pro drei Quadratmeter, was auf eine geschätzte Gesamtzahl von rund 60 Millionen brütenden Fischen hindeutet. Die Kartierung des Gebiets legt eine Gesamtfläche von etwa 240 Quadratkilometern nahe, was ungefähr der Größe der Insel Malta entspricht. Die Jonah-Eisfische selbst sind bemerkenswerte Überlebenskünstler, die dank spezieller Frostschutzproteine und eines hämoglobinfreien Blutes in den eisigen Gewässern gedeihen können.

Diese Feststellung einer solch komplexen und ausgedehnten Gemeinschaft unter widrigsten Umständen untermauert die Argumentation für die Einrichtung eines Meeresschutzzuges in diesem Bereich. Das Weddellmeer, das sechsmal so groß wie Deutschland ist und als Rückzugsgebiet für Arten wie Krill und Kaiserpinguine dient, steht zunehmend unter Druck durch die Folgen der Ozeanerhitzung und die industrielle Krillfischerei. Wissenschaftliche Grundlagen für den Schutz des Meeres werden seit 2016 vom Alfred-Wegener-Institut zusammengetragen.

Trotz der klaren wissenschaftlichen Evidenz und der Unterstützung durch Gremien wie den Bundestag scheiterten frühere Initiativen zur Schutzgebietsausweisung oft an politischen Differenzen. Insbesondere Russland und China blockierten in der Vergangenheit Einigungen innerhalb der Internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR), die für solche Entscheidungen zuständig ist. Die Existenz dieser riesigen Fischkolonie dient nun als dringender Indikator für die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für den Schutz dieser fragilen Lebensräume neu zu bewerten.

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Quellen

  • Sabah

  • Herkese Bilim Teknoloji

  • Bilim Genç

  • NTV

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