Filmemacher Chopra kritisiert Social-Media-Influencer auf IFFI scharf

Bearbeitet von: Sergey Belyy1

Der renommierte Filmemacher Vidhu Vinod Chopra löste auf dem 56. Internationalen Filmfestival von Indien (IFFI) eine intensive Diskussion aus, indem er in seiner Meisterklasse die Kultur der Social-Media-Influencer scharf verurteilte. Chopra, bekannt für Werke wie 3 Idiots und 12th Fail, sprach sich entschieden gegen die vorherrschende Mentalität aus, bei der oberflächliche digitale Popularität über handwerkliche Substanz gestellt wird. Das 56. IFFI fand vom 20. bis 28. November 2025 in Panaji, Goa, statt und stand unter dem Motto „Konvergenz von Kreativität und Technologie“.

Chopras Kritik entzündete sich an der Diskrepanz zwischen dem Erwerb von Millionen von Followern durch bloße optische Präsentation und dem echten Streben nach künstlerischer Erfüllung. Er zeigte sich irritiert darüber, dass Marken diese Persönlichkeiten für Produktwerbung heranziehen, was seiner Ansicht nach eine unverdiente Wichtigkeit suggeriert. Der Regisseur betonte den jahrelangen, mühsamen Prozess des Schreibens und Umschreibens, der in ein Filmprojekt einfließt, und konterte damit die Logik, jemanden allein aufgrund der Followerzahl zu besetzen. Seine früheren, hochgelobten Produktionen mit Rajkumar Hirani, darunter 3 Idiots und PK, zählen zu den umsatzstärksten indischen Filmen weltweit.

Die unverblümten Äußerungen des Filmemachers, der auch Anekdoten aus seiner Karriere teilte, führten online zu einer gespaltenen Reaktion. Während Befürworter seine Kritik an der Flüchtigkeit des digitalen Ruhms unterstützten, konterten zahlreiche Content Creators, dass der Aufbau einer Online-Präsenz erhebliche Anstrengungen erfordere. Die Kontroverse beleuchtet die sich wandelnden Dynamiken in der Unterhaltungsbranche, wo die Glaubwürdigkeit von Follower-Zahlen zunehmend die künstlerische Eignung in den Schatten stellt. Im Kontext der indischen digitalen Landschaft, die über 460 Millionen Social-Media-Nutzer beherbergt, ist die Macht der Influencer unbestritten; das Influencer-Marketing wird voraussichtlich bis 2026 einen Wert von 3.500 Crore Rupien erreichen.

Chopra, dessen Dokumentar-Kurzfilm An Encounter with Faces 1978 für einen Oscar nominiert wurde, sieht in dieser Entwicklung eine Kompromittierung des Storytellings zugunsten der reinen Darstellung. Er kritisierte explizit, wie manche Influencer durch oberflächliche Darbietungen massive Reichweite generieren und dann Produkte bewerben, was er als Ersatz für echte Fähigkeit betrachtet. Die Debatte auf dem IFFI 2025, das auch Retrospektiven für Legenden wie Guru Dutt und Raj Khosla zeigte, verdeutlicht die anhaltende Spannung zwischen etablierten filmischen Werten und der neuen, auf Metriken basierenden digitalen Ökonomie. Chopra mahnte die Branche, sich nicht von der Jagd nach kurzfristiger „Relevanz“ leiten zu lassen, sondern die künstlerische Authentizität als Grundpfeiler des Kinos zu bewahren.

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Quellen

  • Republic World

  • Mid-day

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