Iranische Angriffe auf Energieinfrastruktur führen zu globalen Preisspitzen
Bearbeitet von: max one
Der 19. März 2026 war von einer deutlichen Eskalation der geopolitischen Spannungen im Persischen Golf gekennzeichnet. Luftangriffe, die der Islamischen Republik Iran zugeschrieben werden, richteten sich gegen kritische Energieanlagen in Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Kuwait. Diese Vergeltungsmaßnahmen folgten auf einen israelischen Angriff auf das South Pars Gasfeld und führten zu einem sofortigen Anstieg der weltweiten Energiepreise.
Die Angriffe trafen strategisch wichtige Standorte, insbesondere die Ras Laffan Industrial City in Katar, die Heimat der weltweit größten LNG-Exportanlage, die etwa 20 Prozent des globalen Flüssiggaskonsums bedient. QatarEnergy bestätigte, dass die LNG-Anlagen, insbesondere die Züge 4 und 6, die zusammen 17 Prozent der katarischen Exporte ausmachen, getroffen wurden, was zu erheblichen Bränden führte. Die Reparatur dieser beschädigten Anlagen wird voraussichtlich drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. In Saudi-Arabien wurde die Samref-Raffinerie in Yanbu durch einen Drohnenaufprall beeinträchtigt, während in Kuwait Feuer in zwei Raffinerien ausbrachen und die VAE ihre Gasanlagen nach Abfangen von Raketentrümmern einstellen mussten.
Die finanziellen Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte waren unmittelbar. Der Preis für Brent-Rohöl überschritt am 19. März 2026 die Marke von 114 US-Dollar pro Barrel und notierte zeitweise bei 114,87 US-Dollar, was einem Anstieg von über zehn Prozent entsprach. Parallel dazu erlebte der europäische Erdgas-Benchmark TTF an der Amsterdamer Börse einen deutlichen Anstieg von bis zu 30 Prozent, wobei der Preis auf bis zu 71,68 Euro pro Megawattstunde stieg, nachdem er vor den Angriffen der USA und Israels auf den Iran bei 31 Euro gelegen hatte.
Die Internationale Energieagentur (IEA) bezeichnete die Störung der Ölversorgung aufgrund des Konflikts als die größte in der Geschichte des globalen Ölmarktes. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus verschärfte die Belastung der globalen Lieferketten. Die Reaktion der Wirtschaftspolitik spiegelte die Unsicherheit wider: Die Federal Reserve behielt ihre geldpolitische Linie aufgrund der Inflationsunsicherheit bei. Die Europäische Zentralbank (EZB) korrigierte ihre Prognose nach oben und rechnete infolge der höheren Energiepreise mit einer durchschnittlichen Inflation von 2,6 Prozent für das Jahr 2026, was eine Herabstufung der Wachstumsprognose auf 0,9 Prozent zur Folge hatte.
Die Unterbrechung der Lieferungen, insbesondere da Katar als zweitgrößter LNG-Exporteur der Welt fungiert, verschärft die globale Energiekrise und bedroht die Versorgungssicherheit in asiatischen und europäischen Märkten, darunter China, Südkorea, Italien und Belgien. Die Ras Laffan Industrial City, die auf dem North Field, dem weltweit größten Erdgasvorkommen, basiert, ist somit zum Brennpunkt einer weitreichenden wirtschaftlichen und geopolitischen Krise geworden.
Politische Dimension
Der damalige US-Präsident Donald Trump betonte die Nichtbeteiligung der Vereinigten Staaten an dem Angriff auf South Pars und forderte den Iran zur Deeskalation auf. Gleichzeitig drohte er mit einer „massiven Zerstörung“ des South Pars Gasfeldes, sollte der Iran die katarischen LNG-Anlagen weiter angreifen. Gleichzeitig sicherte er Israel zu, das Gasfeld nicht erneut anzugreifen, solange der Iran von weiteren Angriffen auf Katar absehe.
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Quellen
Clarin
The Objective
Infobae
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