Bayeux-Teppich reist nach fast einem Jahrtausend ins Vereinigte Königreich
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Der Wandteppich von Bayeux, ein 70 Meter langes Textilkunstwerk, das die normannische Eroberung Englands im Jahr 1066 dokumentiert, wird zwischen September 2026 und Juli 2027 erstmals seit seiner Entstehung im Vereinigten Königreich ausgestellt. Diese beispiellose Leihgabe an das British Museum in London erfolgt im Zusammenhang mit der zweijährigen Schließung des Museums in Bayeux, Normandie, die am 1. September 2025 für umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnt. Die Restaurierung des als UNESCO-Weltdokumentenerbe geführten Artefakts läuft parallel zu den Modernisierungsarbeiten am Museum, dessen Wiedereröffnung für 2027 geplant ist.
Die formelle Vereinbarung über die temporäre Überlassung wurde im Juli 2025 vom britischen Premierminister Sir Keir Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bekannt gegeben. Das Kunstwerk aus dem 11. Jahrhundert, das ursprünglich vermutlich für Bischof Odo von Bayeux in Auftrag gegeben wurde, soll im British Museum in der Sainsbury Exhibitions Gallery in seiner vollen Länge präsentiert werden. Das fragile, bestickte Leinengewebe weist laut Expertenberichten zahlreiche Schäden auf, darunter fast 10.000 fehlende Stellen. Die logistischen Herausforderungen des Transports werden durch staatliche Garantien abgesichert: Das britische Finanzministerium stellt über das Government Indemnity Scheme (GIS) eine vom Steuerzahler getragene Entschädigung in Höhe von annähernd 800 Millionen Pfund Sterling (über 900 Millionen Euro) bereit.
Im Gegenzug für die Leihgabe des Bayeux-Teppichs wird das British Museum bedeutende anglo-sächsische Schätze an Museen in der Normandie ausleihen. Zu diesen Leihgaben gehören die Sutton Hoo-Sammlung und die Lewis-Schachfiguren, die Einblicke in die Zeit vor der normannischen Eroberung gewähren. Diese Rückgabe ist als zentrales Element einer geplanten bilateralen Kultursaison im Jahr 2027 vorgesehen, die den 1.000. Geburtstag von Wilhelm dem Eroberer würdigen soll. George Osborne, Vorsitzender der Treuhänder des British Museum, bezeichnete die Ausstellung als das „Blockbuster-Ereignis unserer Generation“.
Die detaillierte Ikonographie des Teppichs, der neben der Eroberung auch Aspekte des Schiffbaus und des mittelalterlichen Alltagslebens darstellt, wird durch diese internationale Kooperation einer neuen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Vorbereitungen für den Transport, bei denen unter anderem eine originalgetreue Faksimile getestet wurde, und die Ausstellung sind Teil eines umfassenden Modernisierungsprozesses des kulturellen Erbes beider Nationen, der die engen, historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich unterstreicht.
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Quellen
www.sme.sk
The British Museum
GOV.UK
ArtDependence
The Art Newspaper
The Independent
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