Der international anerkannte deutsche Schauspieler Udo Kier, dessen Karriere sich über mehr als sechs Jahrzehnte und über 200 Filmproduktionen erstreckte, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Sein Lebenspartner, der Künstler Delbert McBride, bestätigte den Tod, der sich am Sonntag, dem 23. November 2025, in einem Krankenhaus in Palm Springs, Kalifornien, ereignete. Kiers künstlerisches Schaffen war durch eine bemerkenswerte stilistische Spannbreite gekennzeichnet, die von experimentellem Arthouse-Kino bis hin zu populären Hollywood-Genrewerken reichte und ihn zu einer prägenden Figur des internationalen Films machte.
Udo Kier, geboren am 14. Oktober 1944 in Köln als Udo Kierspe, überlebte nur Stunden nach seiner Geburt einen Bombenangriff auf das Krankenhaus, bei dem er und seine Mutter verschüttet wurden. Sein früher Kultstatus manifestierte sich durch die Zusammenarbeit mit Andy Warhol und Regisseuren wie Paul Morrissey, was zu ikonischen Rollen in Filmen wie „Flesh for Frankenstein“ (1973) und „Blood for Dracula“ (1974) führte. Diese stilistische Flexibilität erlaubte es ihm, mühelos zwischen Avantgarde-Projekten und Mainstream-Produktionen zu wechseln, was seine Karriere definierte.
Die Zusammenarbeit mit bedeutenden europäischen Autorenfilmern wie Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und insbesondere Lars von Trier, dessen Werke „Breaking the Waves“, „Dogville“ und „Melancholia“ er bereicherte, untermauerte seine künstlerische Vielseitigkeit. Für das amerikanische Publikum wurde Kier durch seine Rolle in Gus Van Sants „My Own Private Idaho“ (1991) an der Seite von River Phoenix und Keanu Reeves zu einer festen Größe. Gleichzeitig war er in Blockbustern wie „Blade“, „Armageddon“ und der Komödie „Ace Ventura: Pet Detective“ präsent.
Seine Karriere begann Kier nach seinem Umzug nach London im Alter von 18 Jahren, wo er entdeckt wurde und 1966 seinen ersten Film „Road to Saint Tropez“ drehte. Sein letzter Filmauftritt erfolgte in dem politischen Thriller „The Secret Agent“ von Kleber Mendonça Filho, der im Mai 2025 auf dem 78. Filmfestival von Cannes Premiere feierte. Darüber hinaus war Kier bis zu seinem Tod an der Entwicklung von Hideo Kojimas kommendem Horrorspiel OD beteiligt, was seine fortwährende Produktivität belegt.
Kier, der offen schwul lebte und 2015 einen Sonder-Teddy Award auf der Berlinale erhielt, hinterlässt ein filmisches Erbe, das durch Furchtlosigkeit und die Verkörperung des Exzentrischen gekennzeichnet ist. Seine Fähigkeit, sowohl in Genrefilmen als auch in Arthouse-Produktionen zu glänzen, machte ihn zu einem globalen Darsteller, der Kontinente und Jahrzehnte umspannte.



