Globale Verteidigungsausgaben: Mehr als nur Waffen

Die NATO-Mitgliedschaft bietet weitreichende Vorteile, die über rein militärische Kapazitäten hinausgehen und dem gesamten Land zugutekommen, nicht nur den Streitkräften. Dies betonte Dr. Jelena Juvan, Leiterin der Abteilung für Verteidigungsstudien an der Fakultät für Sozialwissenschaften, und verglich die Sicherheit für eine Gesellschaft mit der Gesundheit für ein Individuum – beides seien fundamentale Säulen für ein funktionierendes Ganzes.

Die globalen Verteidigungsausgaben haben ein beispielloses Niveau erreicht und beliefen sich im Jahr 2024 auf 2,7 Billionen US-Dollar, den höchsten Stand seit dem Kalten Krieg. Die NATO-Länder machen mit insgesamt rund 1,5 Billionen US-Dollar einen erheblichen Teil dieser Ausgaben aus, was ein kollektives Bekenntnis zur Sicherheit zeigt. Dieser Trend unterstreicht die wachsende Bedeutung der Verteidigungshaushalte für die Gewährleistung von Stabilität und den Schutz nationaler Interessen.

Dr. Juvan plädierte für einen ganzheitlichen Ansatz bei der Stärkung der Verteidigung und warnte davor, ausschließlich in Waffen zu investieren, ohne gleichzeitig den Sozialstaat zu stärken. Eine einseitige Fokussierung auf militärische Mittel birgt die Gefahr, dass andere essenzielle Bereiche vernachlässigt werden, was langfristig zu Ungleichgewichten führen kann. Die moderne Sicherheitslandschaft erfordert eine Balance zwischen militärischer Stärke und dem Wohl der Bürger.

Angesichts zeitgenössischer Bedrohungen wie Cyberangriffen und Desinformationskampagnen wird die Notwendigkeit, die zivile Verteidigung zu stärken, immer deutlicher. Diese hybriden Bedrohungen erfordern eine erhöhte Resilienz der Gesellschaft und eine proaktive Vorbereitung jedes Einzelnen. Dies beinhaltet die Gewährleistung der Kontinuität der Regierung, wesentlicher Dienste und robuster Unterstützung für militärische Operationen, geleitet von sieben grundlegenden Anforderungen an die nationale Resilienz. Die NATO, gegründet im Jahr 1949, hat sich seitdem stetig weiterentwickelt und ist heute ein zentraler Pfeiler der euroatlantischen Sicherheit mit 32 Mitgliedstaaten.

Die strategische Neuausrichtung nach dem Ende des Kalten Krieges hat die NATO zu einem Akteur im internationalen Krisenmanagement und in der globalen Terrorbekämpfung gemacht. Die aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, haben die Bedeutung der Landes- und Bündnisverteidigung erneut in den Vordergrund gerückt. Dies spiegelt sich auch in den gestiegenen Verteidigungsausgaben wider, wobei das Zwei-Prozent-Ziel der NATO, das 2014 vereinbart wurde, nun von allen Mitgliedstaaten erreicht werden soll.

Die NATO strebt an, die Fähigkeiten zur Abschreckung und Verteidigung weiter auszubauen, was ein "Kraftakt" für die Mitgliedstaaten darstellt. Gleichzeitig bleibt die Allianz offen für den Dialog zur friedlichen Beilegung von Konflikten, getreu dem Motto: „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“. Die Stärkung der zivilen Verteidigung und der individuellen Vorsorge sind dabei ebenso entscheidend wie die militärische Schlagkraft, um auf ein breites Spektrum von Bedrohungen reagieren zu können.

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Quellen

  • Portal GOV.SI

  • GOVSI Podcast: Dr. Jelena Juvan on Slovenia's NATO Membership

  • Faculty of Social Sciences, Ljubljana

  • University of Ljubljana

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