Neubewertung des Mechanismus von Antikythera: Forscher sehen Hauptfunktion im Mondkalender statt in der Sonnenzeitmessung

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Die Europäische Union intensiviert ihre Bemühungen zur Sicherung kritischer Rohstoffe, ein strategischer Schritt, der durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen und die Notwendigkeit der umfassenden Energiewende motiviert ist. Der Critical Raw Materials Act (CRMA), der kürzlich in Kraft trat, bildet den Kern dieser neuen Strategie. Primäres Ziel ist die drastische Reduzierung der signifikanten Abhängigkeit von Drittländern, insbesondere im Hinblick auf Materialien, die für die Herstellung von Batterien, Halbleitern und Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien unerlässlich sind. Diese Initiative wird von politischen Entscheidungsträgern als entscheidend für die langfristige industrielle Souveränität des Blocks in den kommenden Jahrzehnten betrachtet.

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Der CRMA legt verbindliche Benchmarks fest, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden müssen, um die Resilienz der europäischen Lieferketten zu gewährleisten. Konkret soll die EU mindestens 10 Prozent ihres jährlichen Bedarfs an strategischen Rohstoffen durch eigene Extraktion innerhalb des Binnenmarktes decken. Darüber hinaus sind 40 Prozent der Verarbeitungskapazität und 15 Prozent des Bedarfs durch Recycling innerhalb der Union zu gewährleisten. Diese quantifizierbaren Ziele stellen eine direkte Reaktion auf die massiven Lieferkettenunterbrechungen dar, die während der globalen Pandemie und infolge des Konflikts in Osteuropa offensichtlich wurden. Die Liste der 34 kritischen Rohstoffe und 17 strategischen Rohstoffe wird regelmäßig überprüft, um auf technologische Entwicklungen und Marktveränderungen flexibel reagieren zu können.

Die größte strategische Herausforderung bleibt die überwältigende Dominanz Chinas in der globalen Verarbeitungskette. Obwohl Europa über einige eigene Vorkommen verfügt, findet ein Großteil der Veredelung von Schlüsselmaterialien wie Lithium, Kobalt und Seltenerdmetallen außerhalb der EU statt. Aktuelle Analysen zeigen, dass die EU bei bestimmten Magnetmaterialien eine Abhängigkeit von über 95 Prozent von der Volksrepublik China aufweist. Die Strategie der EU beinhaltet daher eine aggressive Diversifizierung der Bezugsquellen und den Aufbau strategischer Partnerschaften mit verlässlichen Verbündeten wie Kanada, Australien, Chile und den Vereinigten Staaten. Diese bilateralen Abkommen zielen darauf ab, die Einhaltung hoher Umwelt- und Sozialstandards in der gesamten Lieferkette zu gewährleisten, während gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöht wird.

Die Umsetzung der CRMA-Ziele erfordert massive Investitionen in neue Bergbauprojekte und die notwendige Verarbeitungsinfrastruktur innerhalb Europas. Experten aus dem Wirtschaftssektor schätzen, dass hierfür Hunderte von Milliarden Euro an privatem und öffentlichem Kapital mobilisiert werden müssen. Ein wesentliches administratives Hindernis ist die traditionell lange Dauer der Genehmigungsverfahren für neue Minen, die in der EU oft Zeiträume von über zehn Jahren in Anspruch nehmen. Die neue Verordnung sieht zwar eine signifikante Beschleunigung dieser Prozesse vor – auf maximal 24 Monate für Extraktionsprojekte und 12 Monate für Verarbeitungs- und Recyclingprojekte – doch bleiben lokale Widerstände und strenge Umweltauflagen signifikante Faktoren, die die Realisierung dieser Vorhaben verzögern könnten.

Die europäische Rohstoffstrategie ist somit nicht nur eine Frage der Wirtschaftspolitik, sondern primär ein geopolitisches Instrument zur Minderung strategischer Verwundbarkeit. Durch die Verringerung der Abhängigkeit versucht die EU, ihre Verhandlungsposition auf der globalen Bühne nachhaltig zu stärken. Sollten die ambitionierten Ziele bis 2030 nicht erreicht werden, droht eine Verlangsamung der grünen und digitalen Transformation Europas, was wiederum die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Wirtschaftsblöcken der USA und Asiens gefährden würde. Die kommenden Jahre werden zeigen, inwieweit die Mitgliedstaaten bereit sind, die notwendigen politischen und finanziellen Opfer zu erbringen, um diese fundamentale Neuausrichtung der europäischen Industriepolitik erfolgreich und termingerecht umzusetzen.

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Quellen

  • Dnevno.hr

  • Ars Technica

  • Phys.org

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