Vertrauen in Schweizer Banken sinkt auf Niveau von vor der Finanzkrise 2008
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Das öffentliche Vertrauen in die Schweizer Bankenlandschaft hat Ende 2025 einen signifikanten Rückgang verzeichnet und erreichte nur noch einen positiven Wert von 53 Prozent. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Gfs.bern hervor, die im Auftrag der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBA) durchgeführt wurde. Der aktuelle Wert entspricht dem Niveau aus dem Jahr 2007, der Zeit unmittelbar vor dem globalen Finanzkollaps, der durch die Insolvenz der Lehman Brothers am 15. September 2008 ausgelöst wurde. Die höchste Zustimmungsrate wurde interessanterweise im Jahr 2021 mit 75 Prozent inmitten der nationalen Reaktion auf die COVID-19-Pandemie gemessen.
Die aktuelle Erosion des Vertrauens deutet laut der Studie darauf hin, dass die Banken zunehmend als unter Druck stehend wahrgenommen werden. Die Diskrepanz im Vertrauen zeigt sich entlang demografischer und politischer Linien: Insbesondere jüngere Bevölkerungsgruppen sowie Wähler mit einer Tendenz zur linken politischen Seite äußern ein merklich geringeres Vertrauen in die etablierten Finanzinstitutionen. Während das Grundvertrauen in die Schweizer Banken als Wirtschaftsfaktor weiterhin als solide gilt und ihre Bedeutung für Stabilität und Wohlstand anerkannt wird, wächst die Kritik am Bankenplatz selbst.
Rund 75 Prozent der Befragten monieren, dass die Finanzinstitute die Profitmaximierung über ihre gesellschaftliche Verantwortung stellen. Darüber hinaus bleiben Assoziationen mit Geldwäsche und Finanzskandalen präsent, was von 61 Prozent der Befragten bestätigt wird. Ein weiterer kritischer Bereich ist das Nachhaltigkeitsengagement der Institute: Nur noch eine knappe Mehrheit von 52 Prozent glaubt, dass Banken heute nachhaltiger agieren als noch vor fünf Jahren, was einen Rückgang um 15 Prozentpunkte im Vergleich zu den Jahren 2022/2023 darstellt.
Die Digitalisierung, insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, polarisiert die Meinungen, wobei ältere Generationen besonders skeptisch sind, was den möglichen Verlust des persönlichen Kundenkontakts und Sicherheitsrisiken betrifft. Im Gegensatz zur allgemeinen Wahrnehmung bewerten die Befragten ihre eigene Hausbank mit 83 Prozent Zufriedenheit deutlich positiver, wobei Sicherheit und Zuverlässigkeit hoch bewertet werden. Historisch gesehen führte ein massiver Vertrauensverlust bereits in der Vergangenheit zu Turbulenzen, wie der Abzug von Kundengeldern bei der britischen Bank Northern Rock im Jahr 2007 zeigte.
Im Schweizer Kontext musste die UBS im Jahr 2008 nach dem Kollaps von Lehman Brothers mit Steuergeldern in Milliardenhöhe vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Die Bilanzsumme der fusionierten UBS nach der Übernahme der Credit Suisse beträgt heute 1,5 Billionen Franken, was dem Doppelten des Schweizer Bruttoinlandprodukts entspricht. Wissenschaftler warnen davor, dass die Konsequenzen eines Bankrotts einer solchen internationalen Großbank heute gravierender wären als 2008. Die Schweizerische Bankiervereinigung betont die Notwendigkeit von Vertrauen in die Stabilität der Banken und den Rechtsstaat als Grundvoraussetzung für den Finanzplatz Schweiz, während Studien auf einen Rückstand im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung hinweisen.
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Quellen
www.Bluewin.ch
SWI swissinfo.ch
Bluewin
Ticinonline
Associazione Svizzera dei Banchieri - Swiss Banking
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