Oberster Gerichtshof prüft Trump-Zölle: Bitcoin-Kurs nähert sich 103.000 USD
Bearbeitet von: Olha 12 Yo
Am 5. November 2025 verzeichnete der Kryptowährungsmarkt eine bemerkenswerte Überschneidung von Marktdynamik und weitreichenden verfassungsrechtlichen Entscheidungen: Bitcoin (BTC) notierte nahe der Marke von 103.018 US-Dollar, während der Oberste Gerichtshof der USA die mündliche Verhandlung zu den Zöllen aus der Ära des ehemaligen Präsidenten Donald Trump aufnahm.

Bitcoin zeigte einen leichten Anstieg von 993 US-Dollar oder 0,97 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortages. Die Handelsspanne an diesem Tag reichte von einem Intraday-Hoch von 104.495 US-Dollar bis zu einem Tief von 102.025 US-Dollar. Händler beobachteten signifikanten Verkaufsdruck um die Marke von 105.000 US-Dollar, die als unmittelbarer Widerstand galt. Analysten deuteten an, dass dieser Druck die Kryptowährung kurzfristig in eine Spanne zwischen 98.000 und 93.000 US-Dollar zurückdrängen könnte, was auf technische Unsicherheit hindeutet.
Im Zentrum der makroökonomischen Aufmerksamkeit stand die Verhandlung in Washington, D.C., welche die Rechtmäßigkeit von Zöllen betraf, die Trump unter Berufung auf das International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 erlassen hatte. Die Anhörung dauerte über zweieinhalb Stunden. Eine Mehrheit der Richter, darunter auch konservative Stimmen, äußerte deutliche Skepsis gegenüber Trumps Interpretation des IEEPA für unilaterale Zollbefugnisse. Die Kläger, eine Koalition aus zwölf Bundesstaaten unter Führung von Oregon sowie verschiedenen Kleinunternehmen, argumentierten, dass die Verfassung dem Kongress die Zollerhebungsbefugnis zuweise und die Maßnahme somit eine Überschreitung der exekutiven Macht darstelle.
Die Argumente der Trump-Regierung, vertreten durch Solicitor General D. John Sauer, der die Zölle als „regulatorische“ Maßnahmen und nicht als Steuern einstufte, stießen bei den Richtern auf wenig Akzeptanz. Richterin Sonia Sotomayor betonte, dass Zölle Einnahmen von amerikanischen Bürgern generieren und somit eine Steuerfunktion erfüllen, was der exklusiven Befugnis des Kongresses gemäß Artikel I der Verfassung widerspreche. Selbst konservative Juristen, wie Chief Justice John Roberts, äußerten Bedenken hinsichtlich einer weitreichenden Auslegung des IEEPA, die die „Major Questions Doctrine“ verletzen könnte, da der Kongress eine derart umfassende wirtschaftliche Befugnis nicht explizit delegiert habe.
Die IEEPA-Zölle machten laut Ökonomen der Deutschen Bank etwa die Hälfte der gesamten Zollumsätze im Jahr 2025 aus, was die Tragweite der potenziellen Gerichtsentscheidung verdeutlicht. Sollte der Oberste Gerichtshof die unteren Gerichtsentscheidungen bestätigen, die die Zölle für rechtswidrig erklärten, könnte die Regierung zur Rückerstattung von bis zu 195 Milliarden US-Dollar an seit 2018 erhobenen Zöllen verpflichtet werden. Die unmittelbare Marktunsicherheit, die durch die Verhandlung ausgelöst wurde, führte dazu, dass Händler auf Handelsplattformen wie Polymarket die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs von Trumps Zollpolitik um 26 Prozent senkten, was zeitgleich mit der Stärkung von Bitcoin angesichts der Unsicherheit in traditionellen Märkten erfolgte.
Die Verfassungskrise um die Zollbefugnisse steht in einem Kontrast zur Preisbildung von Bitcoin, da die Stabilität der Rechtsordnung als fundamentaler, indirekter Faktor für die Bewertung von Risikoanlagen gilt. Die Richter signalisierten, dass eine Entscheidung in den kommenden Monaten zu erwarten ist, was eine Periode erhöhter makroökonomischer Beobachtung für den gesamten Finanzsektor einleitet.
Quellen
Cointelegraph
Conservative Supreme Court justices appear skeptical of Trump's sweeping unilateral tariffs
Poll shows 47% of Americans see large US trade deficit as economic emergency
Trump Tariffs Update: SCOTUS, New Levies and What's Ahead



