Italien intensiviert Maßnahmen gegen steigende Essstörungen bei Jugendlichen
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Die Problematik der Ess- und Ernährungsstörungen (DNA), welche Anorexie, Bulimie und Orthorexie umfasst, stellt in Italien weiterhin einen ernsten Gesundheitsnotstand dar. Schätzungen zufolge sind landesweit drei Millionen Menschen von diesen Störungen betroffen, wobei die Mehrheit der Erkrankten weiblich ist. Eine alarmierende Zunahme der Inzidenz, insbesondere bei jungen Frauen im Alter von 12 bis 24 Jahren, hat sich seit dem Ende der COVID-19-Pandemie verschärft und erfordert dringendes institutionelles Handeln. Weltweit zeigen Studien eine deutliche Zunahme von Essstörungen seit der Pandemie, in den USA wurde beispielsweise ein Anstieg der Krankenhauseinweisungen um 15,3 Prozent verzeichnet.
Als Reaktion auf diese Eskalation hat das italienische Gesundheitsministerium, dessen politische Führung in Rom angesiedelt ist, eine dreijährige nationale Kommunikationskampagne initiiert. Diese Initiative zielt auf die primäre und sekundäre Prävention ab und nutzt intensiv Verbreitungswege wie Fernsehen, Radio und soziale Medien, um gezielt Jugendliche und deren familiäre Umfelder zu erreichen. Experten, darunter Elisa Fazzi, Präsidentin der Sinpia, betonen die fortschreitende Absenkung des Erkrankungsalters, sodass nun auch vorpubertäre Kinder betroffen sind, was schwerwiegendere Konsequenzen für Körper und Geist nach sich zieht. Die Kampagne soll die Öffentlichkeit für erste Alarmzeichen sensibilisieren, zu denen auch Stimmungsschwankungen und verminderter sozialer Kontakt zählen.
Ein zentraler Pfeiler der staatlichen Strategie ist die Betonung der Früherkennung, wobei gezielte Maßnahmen für Schulen geplant sind. Die Beteiligung an wichtigen Bildungsveranstaltungen wie der „Didacta Italia“ in Florenz oder deren regionalen Ablegern, die sich an Lehrkräfte aller Bildungsstufen richten, dient als Plattform für diesen präventiven Bildungsauftrag. Landesrat Marco Galateo sieht in solchen Messen eine Chance, didaktische Materialien einem breiten Fachpublikum zu präsentieren und Netzwerke zu schaffen. Die frühzeitige und multidisziplinäre Intervention wird als entscheidend für eine bessere Prognose der Erkrankungen angesehen.
Um diese Herausforderung proaktiv zu steuern, verfolgt die Regierung das Ziel, einen nationalen Präventions-Hub einzurichten. Dieser Hub soll die koordinierende Funktion des Ministeriums im Bereich der nationalen Gesundheitsplanung ergänzen und die Präventionsarbeit zentralisieren. Während 90 Prozent der Betroffenen weiblich sind, erkrankt auch jeder zehnte Betroffene, also zehn Prozent, als Mann an diesen Störungen. Die Inzidenz stieg in Italien durch die Pandemie zuletzt um 30 Prozent, was die Notwendigkeit einer umfassenden, staatlich koordinierten Antwort unterstreicht, wie sie nun mit der dreijährigen Kampagne und dem geplanten Hub angestrebt wird.
Die Bekämpfung der Essstörungen wird durch branchenübergreifende Kooperationen unterstützt, wie das frühere Abkommen des Gesundheitsministeriums mit Modedesignern zur Eindämmung des übertriebenen Magerheitstrends belegt. Organisationen wie INFES in Südtirol bieten bereits individuelle Beratungen für Betroffene und Angehörige an, was die Notwendigkeit eines strukturierten nationalen Netzes unterstreicht, um die Versorgungssituation zu verbessern.
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Quellen
ANSA.it
Disturbi alimentari, al Ministero della Salute presentazione del Programma nazionale di comunicazione e prevenzione
Disturbi della Nutrizione e Alimentazione, oltre 3 milioni di casi in Italia. I Neuropsichiatri infantili (SINPIA)
Giornata programma di comunicazione per la prevenzione dei Disturbi della Nutrizione e dell'Alimentazione" - Ministero della Salute | Eventi | Policlinico di Milano
Fiera Didacta Italia. Firenze, 12-14 marzo 2025 | Ministero dell'Università e della Ricerca
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