Sechs Sakralbauten Saragossas: Architektonische Zeugnisse von der Reconquista bis zum Barock
Bearbeitet von: firstname lastname
Die sechs sakralen Bauwerke der Altstadt von Saragossa (Zaragoza) repräsentieren ein tief verwurzeltes architektonisches und künstlerisches Erbe, das die Jahrhunderte überdauert hat. Das historische Zentrum, das zweitgrößte Spaniens, ist nicht nur für sein soziales Leben, sondern primär für seine religiösen Bauten bekannt, die sich zwischen den Vierteln El Gancho und La Magdalena erstrecken. Die kulturelle Bedeutung dieser Stätten manifestiert sich in der detaillierten Erfassung von sechs Hauptkirchen, ergänzt durch die Nennung der beiden bedeutendsten Tempel: der Kathedrale La Seo und der Basílica del Pilar.
Die Kirche San Pablo, im Herzen von El Gancho gelegen, wird lokal als die „dritte Kathedrale von Saragossa“ bezeichnet, nur übertroffen von La Seo und El Pilar. Ihr gotisch-mudéjarischer Ursprungsbau datiert auf das späte 13. oder frühe 14. Jahrhundert. Im Jahr 2001 nahm die UNESCO den Turm und die Kirche als Teil des Weltkulturerbes der Mudéjar-Architektur von Aragon auf. Ein herausragendes Kunstwerk im Inneren bildet der Hauptaltaraufsatz aus vergoldetem und polychromiertem Holz, ein Werk des Renaissance-Bildhauers Damián Forment aus den Jahren 1515 bis 1518. Die historische Entwicklung dieser Kirche ist eng mit der Reconquista verbunden, da ihre Vorgängerstruktur auf eine Einsiedelei zurückgeht, die nach der Rückeroberung Saragossas durch Alfonso I. El Batallador im Jahr 1118 entstand.
Die Kirche Santa Isabel de Portugal, bekannt als San Cayetano, befindet sich an der Plaza del Portillo und zeichnet sich durch eine monumentale Fassade im Churrigueresken Stil aus, die durch den Einsatz von weißem Alabaster eine besondere Farbwirkung erzielt. Der Hochaltar im Inneren ist ein Werk des späten Barock von José Ramírez de Arellano, einem bedeutenden Bildhauer und Architekten des 18. Jahrhunderts, der auch Arbeiten an der Basílica del Pilar leitete. Die Errichtung dieses Tempels wurde 1678 vom Königreich Aragon beschlossen, um Santa Isabel de Portugal zu ehren, die 1625 heiliggesprochen wurde.
Die Kirche San Miguel de los Navarros, seit 1260 dokumentiert, vereint ebenfalls den mudéjarischen Stil mit barocken Erweiterungen aus dem 17. Jahrhundert und beherbergt einen bedeutenden Renaissance-Altar von Damián Forment. Die Kirche Santa María Magdalena, erstmals 1126 erwähnt, ist ein weiteres herausragendes Beispiel des Mudéjar-Stils, dessen heutige Struktur aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt und eine bemerkenswerte quadratische Turmstruktur aufweist, die dem Modell almohadischer Minarette folgt. Die architektonische Schichtung dieser Gotteshäuser spiegelt die komplexen historischen Umwälzungen der Region wider.
Historische Persönlichkeiten wie Alfonso I. El Batallador, der 1118 Saragossa von den Almoraviden eroberte, und Agustina de Aragón, eine Heldin des Unabhängigkeitskrieges gegen die napoleonische Besatzung, sind untrennbar mit der Geschichte dieser Monumente verbunden. Der Einfluss von Künstlern wie Damián Forment und dem Architekten José Felipe de Busgnac y Borbón, der als Meister der Bauarbeiten an La Seo tätig war und 1659 die Wiederherstellung der Puente de Piedra leitete, prägte das architektonische Gesicht der Stadt. Die Erhaltung dieser sechs Kirchen, zusammen mit den großen Tempeln El Pilar und La Seo, ist für die Identität Saragossas von zentraler Bedeutung und sichert die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
4 Ansichten
Quellen
Aragón Digital
Aragón Digital
RCNPZ
ZARAGOZALA.com
Go Aragón
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.


