Asturien investiert 16 Millionen Euro in Strategie gegen Einsamkeit bis 2030

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Die Regierung des Fürstentums Asturien hat die umfassende Strategie gegen die unerwünschte Einsamkeit für den Zeitraum 2025 bis 2030 vorgestellt. Dieses Vorhaben ist mit einer signifikanten finanziellen Ausstattung von 16 Millionen Euro für die Kommunen dotiert und stellt einen entschlossenen Schritt zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts dar. Die Initiative reagiert direkt auf die demografische Entwicklung, insbesondere auf den stetigen Anstieg der Einpersonenhaushalte in der Region.

Die Präsentation des Fahrplans erfolgte in Oviedo durch die Vizepräsidentin Gimena Llamedo und die Beraterin für Soziale Rechte und Wohlfahrt, Marta del Arco. Beide betonten, dass die Strategie den Menschen in den Mittelpunkt eines neuen Versorgungsmodells rückt, das Innovation, Menschlichkeit und Nähe vereint. Die Maßnahmen richten sich an alle Altersgruppen, die von unfreiwilliger Isolation betroffen sind oder von dieser Gefahr bedroht werden. Die Struktur der Strategie basiert auf drei strategischen Säulen: Erfassung und Wissen, Sensibilisierung, Prävention und Intervention sowie Innovation und Vernetzung.

Ein zentraler Aspekt ist die Anerkennung der vielfältigen Ursachen für Isolation, welche von Alleinleben und geringer Bevölkerungsdichte bis zu wirtschaftlichen Problemen, gesundheitlichen Einschränkungen oder mangelndem Zugang zu Technologie reichen. Beraterin del Arco beschrieb die Strategie als eine „Roadmap, die durch aktive Teilnahme aufgebaut wurde und konkrete, innovative sowie angepasste Lösungen bietet“. Ein innovativer Kernpunkt ist die technologische Aufrüstung der sozialen Dienste durch die Einführung der Plattform COVA, eines auf Künstlicher Intelligenz basierenden virtuellen Koordinators. Dieser soll proaktiv den physischen und emotionalen Zustand der Nutzer sozialer Dienste abfragen und bei Bedarf Warnungen an zuständige Stellen senden.

Zusätzlich wird ein spezifisches Messinstrument in die elektronische Sozialakte integriert, um Einsamkeitsfälle frühzeitig zu erkennen. Geplant ist auch die Schulung von Fachkräften im Bereich der Abhängigkeitspflege zu Detektiven für Einsamkeitsfälle. Die statistische Grundlage untermauert die Notwendigkeit: Im Jahr 2024 verzeichnete Asturien 153.044 Einpersonenhaushalte, von denen 72 Prozent Frauen waren. Das Statistische Amt prognostiziert einen Anstieg auf über 192.000 bis 2039. Mehr als 28 Prozent der asturischen Bevölkerung sind über 65 Jahre alt, was die Region zu einem der Gebiete mit der höchsten Altersquote macht, wobei über 43 Prozent der allein lebenden Personen dieser Altersgruppe angehören.

Zur Stärkung der wissenschaftlichen Basis wird zudem die Schaffung eines „Cátedra de Soledad no Deseada“ (Lehrstuhl für Unerwünschte Einsamkeit) in Kooperation mit der Universität Oviedo angestrebt, um Wissen zu generieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Dieses Bündel aus finanziellen Mitteln, Technologie und akademischer Expertise zielt darauf ab, ein tief verwurzeltes soziales Muster aktiv zu transformieren und die Resilienz der Gemeinschaft zu festigen.

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Quellen

  • RTPA

  • El Comercio

  • Actualidad del Gobierno del Principado de Asturias

  • Europa Press Asturias

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