Revitalisierung des Veritas Parks Wittenberge: Zeitplan bis 2028 und darüber hinaus

Autor: Sergey Belyy1

Die umfassende Neugestaltung des historischen Veritas Parks in Wittenberge, einem Areal von rund 16 Hektar am Elbufer, nimmt konkrete Formen an, nachdem die offizielle Baugenehmigung für die Hauptgebäude erteilt wurde. Projektinitiator Renaud Vercouter, CEO von Veritas, präsentierte am 28. November den aktuellen Stand des Stadtentwicklungsprojekts, das als Leuchtturmvorhaben für Brandenburg gilt. Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich auf etwa 250 Millionen Euro; bereits im Jahr 2023 wurden Fördermittel des Bundes in Höhe von 2,3 Millionen Euro für investive Kulturmaßnahmen bewilligt. Das Vorhaben zielt darauf ab, den ehemaligen Industriestandort, der einst die Singer Nähmaschinenfabrik beherbergte und bis zu 3.200 Beschäftigte zählte, in ein Zukunftsquartier zu transformieren, das Arbeit, Gastlichkeit, Kulturproduktion und Forschung vereint.

Die Entwicklung des Areals, dessen markantestes Merkmal der rund 50 Meter hohe Uhrturm ist, ist in mehrere Phasen unterteilt, wobei die erste Etappe strategisch auf die Landesgartenschau 2027 ausgerichtet ist. Die Phase 1, geplant für den Zeitraum 2025 bis 2027, umfasst eine Fläche von 19.000 Quadratmetern und sieht die Eröffnung von Gebäude 13 vor, welches Coworking-Spaces, ein Hotel und Gastronomie beherbergen wird. Die Leitung der Architektur für diesen ersten Abschnitt obliegt Andra Schumann, einer Expertin für die Erneuerung denkmalgeschützter Bausubstanz und ressourcenschonende Sanierungsmethoden. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann von der Stadt Wittenberge hob die historische Bedeutung des Geländes für die Identität der Elbestadt hervor.

Ein zentraler Bestandteil der ersten Phase ist das geplante „Singer-Hotel“ in Haus 13. Die Zimmeranzahl wurde von ursprünglich 200 auf 140 reduziert, um die Großzügigkeit zu betonen, wobei die Zimmergrößen zwischen 38 Quadratmetern und 53 Quadratmetern für Familien-Suiten variieren. Die Korridore auf den Hoteletagen sollen sich über 80 Meter Länge bei 3,5 Metern Breite erstrecken. Das Hotel soll zudem als Ausstellungsfläche für Kunst und Kultur dienen. Die Planungen verfolgen konsequent ökologische Prinzipien; hierfür wurde die Veritas Energie GmbH & Co. KG gegründet, die eine autarke Solarenergieversorgung für den gesamten Park mittels Solartechnik und Speichersystemen installieren soll, wie Jürgen Steinke von der Capricornus GmbH erläuterte.

Die nachfolgenden Entwicklungsstufen sind ebenfalls skizziert: Ab 2028 ist die Phase 2 mit 18.000 Quadratmetern vorgesehen, die die Eröffnung des Arts & Culture Hub, eines Sportzentrums und des Corporate Incentive Hub beinhaltet. Die Phase 3 (30.000 m²) sieht die Entwicklung der Future Factory, eines weiteren Hotels und des Inspiration Harbor vor, gefolgt von Phase 4 (25.000 m²), die die Fertigstellung des Veritas Parks als globales Zentrum für Kultur, Innovation und Wirtschaft markiert. Perspektivisch könnten auf dem Areal bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen und rund 50 Unternehmen angesiedelt werden. Wirtschaftsminister Daniel Keller äußerte seine Freude über die Großinvestition, die dem Standort neues Leben einhauchen kann. Die enge Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz bei Detailabstimmungen unterstreicht den Anspruch, die historische Bausubstanz zu bewahren und gleichzeitig innovative Nutzungskonzepte zu implementieren.

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