Kreditrisiken erschüttern US-Regionalbanken: Zions und Western Alliance melden Verluste und Betrugsfälle
Bearbeitet von: Dmitry Drozd
Der US-Regionalbankensektor sieht sich erneut erheblichen Belastungen ausgesetzt, ausgelöst durch jüngste Enthüllungen über Kreditbetrug und Unternehmenspleiten. Diese Vorfälle stellen eine kritische Prüfung der Widerstandsfähigkeit der Finanzinstitute dar, insbesondere in einem Umfeld, das durch gestiegene Zinsen und einen schwächelnden Kreditmarkt ohnehin angespannt ist.
Am 16. Oktober 2025 gab die Zions Bancorporation eine belastende Mitteilung bekannt: Ein Verlust von 50 Millionen US-Dollar wurde auf kommerzielle Darlehen zurückgeführt, die mutmaßliche Falschangaben enthielten. Diese Kredite waren Berichten zufolge an Fonds vergeben worden, die in notleidende Gewerbehypotheken investierten. Zions reichte in Kalifornien Klage ein, um die Rückzahlung zu erwirken, da die Sicherheiten ohne Genehmigung auf andere Einheiten übertragen wurden. Parallel dazu offenbarte die in Phoenix ansässige Western Alliance Bancorporation eine Verwicklung in eine ähnliche Kreditnotiz, die die Cantor Group V, LLC, betrifft. Western Alliance leitete bereits im August ein Gerichtsverfahren gegen dieses Unternehmen ein und wirft ihm vor, Dokumente gefälscht und Gelder von verpfändeten Konten abgezweigt zu haben, obwohl die Bank ihre Sicherheitenposition als ausreichend einschätzt.
Diese Einzelmeldungen führten zu einer deutlichen Verwerfung an den Märkten. Der Gesamtwert von 74 US-Banken schrumpfte um 100 Milliarden US-Dollar. Die Aktien von Zions und Western Alliance verzeichneten dabei Einbußen von 14 Prozent beziehungsweise 12 Prozent. Der KBW Nasdaq Regional Banking Index verzeichnete am Donnerstag einen Rückgang von fast 4 Prozent, was die anhaltende Verunsicherung der Anleger hinsichtlich der mittleren Kreditinstitute verdeutlichte.
Systemisch betrachtet lenken diese Ereignisse die Aufmerksamkeit auf verborgene Risiken, insbesondere im weniger transparenten Bereich des privaten Kreditwesens, dem sogenannten „Schattenbankwesen“. Die jüngsten Turbulenzen, die durch die Insolvenzen von Unternehmen wie First Brands Group und Tricolor Holdings ausgelöst wurden, haben die Sensibilität für solche Risiken geschärft, da diese Bereiche oft außerhalb der direkten regulatorischen Aufsicht operieren.
Führende Persönlichkeiten der Finanzwelt mahnten zur Vorsicht. Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, sprach eine deutliche Warnung aus und verglich die Situation mit dem Auffinden einer einzelnen Kakerlake, was die Befürchtung nahelegt, dass weitere verborgene Probleme im Sektor auftauchen könnten. Dimon betonte, dass nach einer langen Phase günstiger Kreditbedingungen nun eine gründliche Überprüfung der Portfolios und Risikomanagementpraktiken notwendig sei. Die Reaktion der betroffenen Institute auf die Offenlegung der Verluste und die Neubewertung der Sicherheiten wird zeigen, inwieweit die Fähigkeit zur Anpassung und Stärkung interner Kontrollen vorhanden ist, um künftige Schocks abzufedern.
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Quellen
Valor Econômico
Ainvest
American Banker
The Washington Post
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