
Kleiner Frosch
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Bearbeitet von: Olha 12 Yo

Kleiner Frosch
Beunruhigende Entwicklungen in Kanada deuten auf eine signifikante Zunahme des Opioidkonsums unter jungen Menschen hin. Diese Entwicklung lässt die Forderung nach einer dringenden Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten und einem verstärkten staatlichen Engagement lauter werden. Die verfügbaren Daten zeichnen ein düsteres Bild: Die nicht-medizinische Nutzung von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln durch Schüler stieg zwischen 2021 und 2023 dramatisch an, von 12,7 Prozent auf alarmierende 21,8 Prozent, wie eine Umfrage in Ontario ergab. Dieser Trend signalisiert eine Verschiebung in der Wahrnehmung und Zugänglichkeit von Substanzen mit tiefgreifenden Konsequenzen für die junge Generation.
Fachleute betonen die Notwendigkeit einer frühzeitigen Intervention bei jedem Anzeichen von Opioidkonsum, um eine Eskalation hin zu einer schweren Opioidabhängigkeit zu verhindern. Expertenmeinungen deuten darauf hin, dass Substitutionsgestützte Behandlungstherapien, etwa mit Methadon oder Buprenorphin/Naloxon, für Jugendliche als Behandlungsstandard gelten sollten, um die Abhängigkeit zu managen. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass diese Maßnahmen die Chance auf eine frühzeitige Veränderung der Motivation durch eine „zerebrale Entgiftung“ vergeben.
Die zentrale Forderung richtet sich auf die Verbesserung des Zugangs zu medikamentengestützten Therapien für junge Menschen. Darüber hinaus wird eine umfassende, gemeindebasierte Versorgung als unabdingbar erachtet, um Suchtprobleme nicht isoliert, sondern stets im Kontext zugrunde liegender mentaler Herausforderungen zu behandeln. Die Realität zeigt, dass viele medizinische Fachkräfte an der Belastungsgrenze arbeiten, da sie Jugendliche betreuen, die bereits schwere Substanzkonsumstörungen aufweisen, was bestehende Ressourcenengpässe offenbart.
Um diese komplexe Dynamik besser zu durchdringen und gezielte Maßnahmen ableiten zu können, wurde eine neue, mehrjährige Studie initiiert. Diese soll Licht auf die Entwicklung des Substanzkonsums und der Überdosis-Statistiken unter Jugendlichen werfen. Kanada verzeichnet seit den 1980er Jahren einen massiven Anstieg des Opioidkonsums, was das Land zeitweise zum zweitgrößten Konsumenten weltweit machte. Besorgniserregend ist die Verunreinigung des illegalen Marktes mit synthetischen Opioiden wie Fentanyl, was die Toxizitätsgefahr exponentiell erhöht.
Die Bewältigung dieser Situation erfordert eine Verschiebung des Fokus von der reinen Symptombekämpfung hin zur Stärkung der inneren Widerstandsfähigkeit und der Schaffung unterstützender Strukturen. Einrichtungen, die spezialisierte, familiäre Rahmenbedingungen bieten, können jungen Betroffenen helfen, innerhalb eines 10- bis 12-wöchigen Programms die Notwendigkeit der Hilfe anzuerkennen und neue Perspektiven für Schule oder Beruf zu entwickeln.
CBC News
‘Shocking’ data shows more treatment needed for youth with opioid use disorder: doctors
New CPSP study aims to close data gaps on substance use and overdose trends in youth
Key findings: Opioid- and Stimulant-related Harms in Canada