Festnahme von zwei Ukrainern in Polen wegen Spionage: Eskalierende Bedrohung durch hybride Kriegsführung

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Festnahme von zwei Ukrainern in Polen wegen Spionage: Eskalierende Bedrohung durch hybride Kriegsführung

Die polnischen Sicherheitsbehörden haben am 14. Oktober 2025 in Katowice zwei ukrainische Staatsbürger, einen 32-jährigen Mann und eine 34-jährige Frau, festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, im Auftrag russischer Nachrichtendienste gehandelt und kritische Infrastrukturen, insbesondere Verkehrswege, die für die militärische Unterstützung der Ukraine von Bedeutung sind, ausgespäht zu haben. Das zuständige Gericht ordnete für die Verdächtigen eine dreimonatige Untersuchungshaft an, was die wahrgenommene Schwere der Lage unterstreicht.

Dieser jüngste Einsatz der Agentur für Innere Sicherheit (ABW) reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein, die Polens zentrale Rolle als logistischer Knotenpunkt für westliche Hilfslieferungen an Kiew hervorheben. Die polnische Führung sieht sich einer anhaltenden Bedrohung durch hybride Kriegsführung ausgesetzt. Bereits Ende Juni 2024 hatte Premierminister Donald Tusk die Festnahme von insgesamt 32 Personen bekannt gegeben, die mutmaßlich mit russischen Geheimdiensten kollaborierten; diese Gruppe umfasste Bürger aus Polen, Russland, der Ukraine, Belarus und Kolumbien. Diese Festnahmen deuten auf ein breites Spektrum an Einflussnahmeversuchen hin, die auf die Untergrabung der nationalen Stabilität abzielen.

Die gezielte Beobachtung der Transportinfrastruktur stellt einen strategischen Versuch dar, die Versorgungsketten zu stören, die für die Verteidigungsanstrengungen der Ukraine essenziell sind. Solche Aktivitäten sind nicht neu: Bereits im März 2023 meldeten polnische Behörden die Zerschlagung eines Spionageringes, dessen Mitglieder Eisenbahnstrecken überwacht hatten, um Lieferungen zu sabotieren. Die damaligen Ermittlungen führten zur Beschlagnahmung von Überwachungsmaterial und dem Verdacht auf geplante Propagandaaktionen zur Destabilisierung der polnisch-ukrainischen Beziehungen.

Als Reaktion auf diese Bedrohungen hat Polen seine Abwehrmaßnahmen intensiviert. Im April 2025 trat eine Verordnung in Kraft, die das Fotografieren kritischer Infrastruktur – darunter Militäranlagen, Kraftwerke und Flughäfen – an 25.000 Objekten landesweit unter Strafe stellt, um das Ausspionieren durch fremde Dienste zu erschweren. Die jüngste Festnahme bestätigt die Notwendigkeit dieser präventiven Schritte. Laut jüngsten Berichten beläuft sich die Gesamtzahl der seit Beginn des Krieges im Februar 2022 wegen Spionage oder Sabotage festgenommenen Personen in Polen auf 55, was die Intensität der russischen Destabilisierungsbemühungen in der Region widerspiegelt.

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Quellen

  • Deutsche Welle

  • Слово і Діло

  • ОстроВ

  • Українська правда

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