Revolutionäre KI-Methode erzielt über 90% Genauigkeit bei der Unterscheidung von Hirntumoren während Operationen

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Revolutionäre KI-Methode erzielt über 90% Genauigkeit bei der Unterscheidung von Hirntumoren während Operationen

Ein neues KI-System, entwickelt von Forschern der Harvard Medical School, verspricht, die Unterscheidung zwischen aggressiven Hirntumoren wie Glioblastomen und weniger bösartigen, aber ähnlich aussehenden Tumoren zu revolutionieren. Das System analysiert Gewebeproben in Echtzeit im Operationssaal und liefert Chirurgen entscheidende Informationen zur präziseren Durchführung von Schnitten und zur sofortigen Anpassung von Behandlungsplänen.

Die Notwendigkeit, Glioblastome von metastatischen Tumoren zu differenzieren, ist für die Patientenergebnisse von entscheidender Bedeutung, da sie ein ähnliches Erscheinungsbild aufweisen können. Herkömmliche pathologische Verfahren, wie die Schnellschnittuntersuchung, sind mit Fehlerraten behaftet, die die Behandlung beeinträchtigen können. Die neue KI-Lösung, trainiert auf Tausenden von Biopsiebildern und genetischen Daten, hat eine Genauigkeit von über 90 % bei der Unterscheidung dieser Krebsarten während Live-Operationen gezeigt. Sie nutzt Faltungsnetzwerke (Convolutional Neural Networks), um ungefärbte Gewebeschnitte zu verarbeiten, was die zeitaufwändigen Schritte der herkömmlichen Färbung und Expertenbegutachtung umgeht. In Tests über mehrere Institutionen hinweg übertraf die KI menschliche Pathologen sowohl in Bezug auf Geschwindigkeit als auch auf Zuverlässigkeit, indem sie subtile zelluläre Muster und molekulare Signaturen erkannte, die für das menschliche Auge schwer zu erkennen sind.

Das System liefert Wahrscheinlichkeitsausgaben, die es Chirurgen ermöglichen, Risiken in Echtzeit abzuwägen. Dies ist besonders wichtig bei Glioblastomen, wo eine vollständige Tumorentfernung lebenswichtig, aber auch riskant sein kann. Die Integration dieses Systems in bestehende chirurgische Arbeitsabläufe markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer KI-gestützten Präzisionsmedizin. Die Entwicklung der KI erforderte einen riesigen Datensatz von über 10.000 annotierten Bildern aus diversen Patientenkohorten, um Robustheit zu gewährleisten. Kollaborateure des Dana-Farber Cancer Institute trugen genomische Erkenntnisse bei und korrelierten visuelle Merkmale mit genetischen Markern.

Ein Beitrag auf X von Professor Erwin Loh hob hervor, wie das Werkzeug "Menschen übertraf", was die positive Stimmung auf der Plattform bezüglich seines Potenzials zur Reduzierung von Diagnosefehlern widerspiegelt. Die Validierung umfasste prospektive Studien, in denen die KI Proben in weniger als zwei Minuten verarbeitete, eine deutliche Beschleunigung gegenüber der Standardpathologie. Falsch-positive Ergebnisse wurden durch iteratives Training minimiert. Dennoch müssen Experten zufolge regulatorische Hürden, wie die Zulassung durch die FDA, überwunden werden, bevor eine breite Anwendung möglich ist. Erste Anwender deuten darauf hin, dass die KI durch die Ermöglichung gezielterer Therapien die Überlebensraten verbessern könnte.

Zukünftig könnte die Integration mit anderen KI-Systemen umfassende chirurgische Assistenten schaffen. Ethische Bedenken hinsichtlich des gleichberechtigten Zugangs und einer übermäßigen Abhängigkeit von Algorithmen bleiben bestehen. Wie ein Beitrag von Eric Topol auf X feststellte, beschleunigt die Open-Source-Bereitstellung solcher Modelle die Innovation, doch die menschliche Aufsicht bleibt unerlässlich. Diese Entwicklung unterstreicht einen wachsenden Trend in der Neuroonkologie, bei dem KI Lücken in der menschlichen Expertise angesichts eines Mangels an Pathologen schließt. Partnerschaften mit Technologieunternehmen erforschen skalierbare Versionen, die potenziell in Roboterchirurgieplattformen integriert werden könnten.

Berichte im NIH Director's Blog lobten ähnliche Systeme für die Unterscheidung von Krebs und gesundem Gewebe. Kritiker weisen auf Datenschutzprobleme und die "Black-Box"-Natur einiger Algorithmen hin und fordern Transparenz. Angesichts der Tatsache, dass Glioblastome jährlich Tausende von Menschen betreffen, stellt dieser von Harvard geführte Fortschritt einen entscheidenden Schritt in Richtung einer intelligenteren und sichereren Gehirnchirurgie dar, der modernste Technologie mit klinischem Sachverstand verbindet.

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Quellen

  • WebProNews

  • Nature Medicine

  • ScienceDaily

  • NIH Director's Blog

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